Finanzbegriffe der Börsenwelt einfach erklärt

Finanzbegriffe der Börsenwelt einfach erklärt

Slippage, Market Orders, Drawdown, Pip, Lot

Finanzbegriffe erklärt zu bekommen gehört am Anfang dazu. Sobald Sie anfangen sich mit Copy Trading und der Finanzwelt auseinanderzusetzen, werden Sie mit neuen Begrifflichkeiten die typisch für die Börse und das Finanzwesen sind, in Kontakt kommen. Das ist ganz normal. Dabei lohnt es sich ein gutes Grundwissen aufzubauen, auch damit Sie jederzeit Bescheid wissen was beim Copy Trading vor sich geht.

Einige der Begriffe, denen wir beim Traden oft begegnen sind: Pip, Lot, Slippage, Market Order, Stop Loss oder Drawdown. Vielleicht haben Sie sich schon oft gefragt, worum handelt es sich hierbei genau? Hier werden für Sie diese oft verwendeten Finanzbegriffe der Börsenwelt erklärt.

Wählen Sie den Begriff und springen Sie direkt dort hin, um den Finanzbegriff erklärt zu bekommen:

Übrigens: Die Begrifflichkeiten stammen allesamt aus dem Englischen, da die englische Sprache als gemeinsame Basis in der internationalen Finanzwelt allgemeinhin üblich ist.

 

Hier werden Ihnen die Finanzbegriffe erklärt

Starten wir mit dem typischen Begriff für eine Transaktion – der Order:

Market Order / Limit Order

Sie können ein bestimmtes Finanzinstrument auf verschiedene Weise kaufen oder verkaufen: Entweder Sie handeln es jetzt sofort zum gerade aktuellen Marktpreis oder Sie handeln dieses später, nur eben unter vorher ausgemachten bestimmten Bedingungen. Jeder Handel wird dann entsprechend ihrer Position als „Order“ auf dem Markt platziert. Wenn es sich um den gerade aktuellen Preis handelt, wird es als herkömmliche „Market Order“ bezeichnet.

Wir machen ein einfaches Beispiel um es Ihnen zu verdeutlichen:
Sie gehen in den Supermarkt und sehen eine Butter. Eine bestimmte Marke kostet 2,99 Euro und sie nehmen diese aus dem Regal, bezahlen diese und nehmen sie sofort mit nach Hause. Mal angenommen, der Preis ist Ihnen dabei vollkommen „egal“. Sie akzeptieren den gerade ausgewiesenen Marktpreis für diesen Artikel, von diesem Supermarkt. Sie haben damit eine einfache Market Order ausgeführt, weil Sie das Produkt, zu dem jeweils aktuellen Preis und bestehenden Bedingungen akzeptiert haben. Wir haben das Beispiel mit dem Supermarkt gewählt, weil dieser im Grunde genommen ähnlich zu einem Broker agiert, indem er Preise und Bedingungen festlegt.

Die andere Möglichkeit ist, Sie gehen in den gleichen Supermarkt und sehen den aktuellen Preis für diese Marke, notieren ihn sich und nehmen sich vor, beim nächsten Mal den Preis mit dem vorherigen zu vergleichen. Vielleicht nehmen sie sich vor, sobald diese Butter bei 1,99 Euro steht, also einen bestimmten – für Sie akzeptableren Wert – erreicht hat, erst dann zuzuschlagen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Die Butter erreicht diesen Preis nicht. Der Supermarkt macht in der Folgewoche ein Angebot, aber dieses liegt nun bei 2,49 Euro und somit über dem für Sie akzeptablen Wert. Dann werden Sie die Butter eben nicht kaufen. Oder aber die Butter erreicht die Woche darauf tatsächlich ihren anvisierten Mindestpreis und erst dann kaufen Sie.

Das gleiche gibt es im Prinzip auf den Finanzmärkten auch. Wenn Sie etwas zu niedrigeren Werten kaufen wollen, handelt es sich hierbei dann um sogenannte Limit Orders, die dann z.B. noch Buy Stop – oder Buy Limit – Order genannt werden. Da Sie Finanzinstrumente natürlich auch wieder verkaufen können (etwas das in unserem Supermarktbeispiel nicht geht), gibt es also noch weitere Möglichkeiten: eine Sell Stop – und eine Sell Limit Order (bzw. Stop-Loss Order – siehe weiter unten).

Sie müssen sich das nur als einfaches Prinzip von aktuellen Werten und Mindest- und Maximalpreisen merken. Die Plattformen wie zum Beispiel eToro, haben hierfür eine elegante Lösung gefunden um das dann entsprechend auch anzuwenden: Man muss hier nur auf einen Knopf drücken (Rate), um zwischen den verschiedenen Möglichkeiten von Sell Limit, Market, Buy Stop, Stop Loss etc. zu springen. Es ist nur wichtig, dass Sie wissen welche Arten von „Einkaufsmöglichkeiten“ es gibt und diese dann zu Ihrem Nutzen einsetzen.

 

Und weiter geht es mit

Slippage

Was ist Slippage? Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Preisanpassung bei einem knappen Angebot. Wir verwenden wieder das Beispiel des Supermarktes von oben. Stellen Sie sich vor, es ist Weihnachten und jeder will dieselbe Gänseleber zur gleichen Zeit kaufen. Es ist nur eine begrenzte Anzahl an Gänseleber da und die Nachfrage übersteigt das Angebot. Normalerweise werden wir so etwas nicht erleben, aber die Marktgesetze besagen, dass bei übersteigender Nachfrage und geringem Angebot, der Preis für das Produkt zu steigen hat. Das ist der Normalfall. Angebot und Nachfrage. Sobald etwas verknappt wird, wollen viele ein Produkt haben, das leider nicht jeder haben kann. Also passt der Vermittler oder Verkäufer die Preise entsprechend nach oben an, um die Nachfrage zu zügeln, da diese immer auch vom Preis abhängig ist. Das ist nur eine stark vereinfachte Erklärung für Slippage, aber daran lässt sich erkennen, warum dieses Phänomen auftritt.

So geschieht es auch beim Handel an den Finanzmärkten. Es gibt zum Beispiel in Zeiten von hoher Volatilität, insbesondere während wichtige Nachrichten bekanntgegeben werden, bestimmte Trends und bei diesen „rennt“ jeder in die gleiche Richtung und will die gleiche Handlung zur gleichen Zeit ausführen. Die Broker oder Vermittler, können physisch bzw. real gesehen aber nicht jeden Bedarf gleich bedienen. Aus diesem Grund behelfen sich diese der Slippage, also der Verknappung durch Preisanpassung bzw. Verteuerung.

Beispiel: Der Trader will ein Finanzinstrument vielleicht für 100 Euro kaufen bzw. bei diesem Wert einsteigen. Dadurch das nun so viele andere Trader auch zu diesem Preis einsteigen wollen, „rutscht“ das Angebot für unsere Bestellung weiter nach unten und wir kriegen dieses Finanzinstrument plötzlich nur zu einem Wert von 120 Euro. Viele Trader ärgern sich dann und schimpfen auf den Broker, bzw. auf die Plattform. Das ist aber eine ganz normale Sache beim Börsenhandel und von dem Prinzip nach Angebot und Nachfrage abhängig, welches man als Trader allgemeinhin akzeptieren muss.

Wenn man nicht ständig in diese Situation geraten will, dann sollte man z.B. grundsätzlich keine Trades während wichtigen Ereignissen oder bei bestimmten Nachrichten ausführen (siehe unser Artikel zu Wirtschaftsnachrichten traden) und jedem Trend folgen.

 

Stop Loss

Bei diesem Begriff geht es darum, einen möglichen Verlust zu begrenzen, daher auch der Name „Stop Loss„. Dabei kann es einen Stop-Loss-Punkt geben und eine auszuführende Stop-Loss-Order, die im Grunde genommen, wie oben schon erklärt, das gleiche ist wie eine Market-Order aber zu einem festgelegten Wert und Zeitpunkt als Limitierung für den Verkauf. Es dient genauso dazu, einen bereits erzielten Gewinn „mitzunehmen“ oder eben den Verlust gezielt zu limitieren.

Zu erwähnen ist noch, dass Sie einen festgelegten Stop-Loss Kurs nicht immer genau erreichen können, da es zu diesem Zeitpunkt auch immer jemanden geben muss, der diese Position zu dem jeweiligen Kurs kaufen möchte. Es kann also nicht immer garantiert werden, dass es zu diesem Kurs ausgeführt wird und der Kurs somit darunter oder manchmal auch darüber liegt (was seltener vorkommt).

Wenn zur Mitnahme eines Gewinnes eine solche Marke über dem Einstandspreis ansetzt, sollte sie bei steigenden Kursen sukzessive immer wieder angepasst, also „nachgezogen“ werden.

Den Wert einer solchen Marke, ob nun für einen Gewinn darüber oder bei Verlusten unterhalb des Einstiegkurses festzulegen, ist leider eine Ermessenssache. Manche Signalgeber setzen bei ihren Strategien für weniger risikoreiche Positionen einen Wert von 10 Prozent an, manche bei stark volitilen Märkten und Positionen die stärker schwanken, einen Wert von 20 Prozent. Wie Sie das handhaben müssen Sie anhand der Strategie des Traders ausmachen oder bei einmal eingegangen und kopierten Positionen, nach einer eigenen Daumenregel bestimmen und festlegen.

 

Drawdown

Der Drawdown bezeichnet im Grunde einen Wertverlust oder eine Verlustphase einer eingegangenen Position, genauer gesagt den Wertverlust zwischen einem einmal erreichten Hoch und einem darauf folgenden Tiefststand. Ein Drawdown ist also etwas das jeder Trader fürchtet. Sobald Sie anfangen zu traden und länger dabei bleiben, werden Sie das bestimmt auch einmal erleben.

Das ist natürlich auch etwas von dem Zeitpunkt abhängig, an dem Sie bzw. der Trader dem Sie folgen, eingestiegen sind. Wenn Sie direkt am höchsten Punkt einsteigen, also kurz vor der Trendwende und dann aber am Tiefststand wieder aussteigen, fällt der Drawdown für Sie am höchsten aus. Das wäre dann ein Maximum Drawdown. Deshalb sollten Sie meistens lieber die Ruhe bewahren und diszipliniert und geduldig bis zum erneuten Ansteigen in der Position abwarten und dabei bleiben, anstatt in Panik zu verfallen. Es gilt der oft gepriesene Grundsatz der Beständigkeit und Geduld beim Traden. Wie es am Finanzmarkt eben üblich ist, geht es immer wieder auf und ab und damit in den meisten Fällen auch wieder nach oben. Aber Achtung, das gilt natürlich nicht als allgemeingültig. Es ist immer abhängig von der Volatilität des einzelnen Marktes, der einzelnen Position, dem Zustand des Unternehmens bzw. den zugrundeliegenden Werten oder dem Grund für den Absacken. Es gilt genau zu beobachten und die Signale des Marktes und der Trader zu analysieren.

Ein Drawdown wird auch als prozentuale Kennziffer in vielen Systemen und Trading-Plattformen verwendet und dient dabei in unterschiedlicher Ausführung der Berechnung von Gewinnchancen und zur Berücksichtigung von Risikopotentialen, besonders für das Risikomanagement einzelner Instrumente aber auch bei einzelnen Tradern.

So kann man damit auch z.B. auf Basis eines kalkulatorischen Verlustrisikos, den maximalen Wertverlust und die daraus resultierende notwendige Wertsteigerung bis zum Erreichen des Ursprungswertes, errechnen. Als Beispiel nehmen wir an, eine Position hat einen Höchststand zu einem Wert von 200 und besitzt ein kalkulatorisches Risiko von rund 60%. Es wird zu diesem Kurs eingestiegen und daraufhin stürzt die Position tatsächlich auf bis zu 80 ab. Der Maximale Drawdown ist somit bei 60%. Was wiederum bedeutet, dass basierend auf dem Tiefstand, nun eine Wertsteigerung von 150% notwendig wäre, um den Einstandspreis zu erreichen.

Diese Berechnungen werden auf Basis der früheren Wertentwicklung für die Statistik gemacht. Jede Statistik soll dann den Tradern die Entscheidung erleichtern und die besten Zeitpunkte für einen Einstieg und Ausstieg andeuten. Aber wie so oft im Leben, lässt sich leider nicht alles genau vorhersehen. Zumindest kann man mit Sicherheit sagen, dass die höchsten Drawdowns in den Märkten mit der höchsten Volatilität vorkommen.

 

Pip

Der Begriff Pip ist aus dem Devisenhandel (Forex) und steht für die kleinstmögliche Einheit in der die jeweilige Preisveränderung eines Währungspaares angezeigt werden kann. Das Wort Pip steht als Abkürzung für das englische „Percentage in point“ oder auch „price interest point“.

Man kann grundsätzlich sagen, dass 1 Pip einem Hundertstel (1/100) der kleinsten Währungseinheit entspricht. Bei einem Währungspaar wie zum Beispiel EURO/USD, das nur eine Zahl vor dem Komma hat, entspricht 1 Pip somit der vierten Nachkommastelle, also 0,0001. Als Ausnahme gelten Währungen, die mehrere Stellen vor dem Komma haben, wie zum Beispiel beim wichtigen Währungspaar Dollar – Japanische Yen  – USD/JPY. Hier wird das Hundertstel dann auf die zweite Nachkommastelle festgelegt, also 0,01.

Ein konkretes Beispiel:
Eine Kursveränderung EUR/USD um 2 Pips nach oben wären bei einer Eröffnung von 1,1486 dann der entsprechende Schlusskurs von 1,1488.

Die genaue Berechnung eines Pips
Um den genauen Wert des Pip auf Basis des Währungspaares zu berechnen, müssen Sie die Höhe des Pip als Dezimalzahl durch den Marktpreis der Währung teilen.

Beispiel:
EUR/USD
Kurs 1,1745
Veränderung 8 Pip = 0,0008

0,0008 / 1,1745 = 0,000681141 EUR

Das erscheint ihnen als sehr niedrig? Nun, Devisenkurse bewegen sich oft in sehr kleinen Schritten und die Werte für jeweilige Pips können, in Zahlen ausgedrückt, sehr klein ausfallen. Allerdings sollte Ihnen das nicht zu sehr zu denken geben, denn beim Forex Handel werden üblicherweise die Einsätze über die sogenannten Lot Size, sprich die Losgröße angegeben. Was ein Lot genau ist, erfahren sie gleich weiter unten.

Zu guter Letzt sollten Sie aber noch wissen, dass für die Berechnung des Pip Wertes bei einem Währungspaar immer die erstgenannte Währung herangezogen wird, in unserem Beispiel also EUR.

 

Lot

Das Lot (englisch für Losgröße oder Posten)  ist die Handelseinheit beim Devisenhandel, CFD oder bei Futures. Bei jedem Trade wird dabei ein Lot nach Standardeinheiten oder Kontrakten berechnet. Dabei wird noch zwischen Standard-Lot, Mini-Lot und Micro-Lot unterschieden. Ein Standard-Lot besteht üblicherweise z.B. beim Forex Handel aus 100.000 Währungseinheiten der Standardwährung des Paares, also beim USDJPY dann entsprechend aus 100.000 USD. Mini-Lots und Micro-Lots sind die nächstkleineren Einheitsgrößen und jeweils ein Zehntel bzw. Hundertstell eines Standard-Lots. Somit also 10.000 Einheiten beim Mini-Lot und 1.000 Einheiten beim Micro-Lot.

Beispiele
2 Standard Lots des EURUSD Paares zum Kurs von 1,2134
2 x 100.000 x 1,2134 = 242.680 EUR

3 Micro-Lots USDJPY zum Kurs von 113,45
3 x 1.000 x 113,45 = 340.350 USD

5 Mini-Lots EURCHF zum Kurs von 1,1687
5 x 10.000 x 1,1687 = 58.435 EUR

Diese Werte werden Sie beim Copy Trading oder beim Traden aber nicht selbst bewegen. Da beim Forex und CFD Handel das eingesetzte Kapital üblicherweise gehebelt wird, z.B. mit einem Hebel 300:1, brauchen Sie auch nur ca. 600 EURO auf dem Konto, um ein Standard-Lot von 100.000 Einheiten von EUR/USD z.B. bei einem Kurs von 1,1999 handeln zu können.


 

Das waren einige der wichtigsten Begriffe die Ihnen beim Traden auf den Finanzmärkten und bei den Social Trading Plattformen und Communities begegnen werden. Vermutlich werden Ihnen noch viele weitere begegnen, die Sie aber mit diesem Grundwissen an Börsenbegriffen jetzt wenigsten richtig einordnen können. Für eine umfangreichere Bestimmung von Finanzbegriffen empfehlen wir Ihnen einen Tradingkurs zu machen oder ein Webinar entweder bei erfahrenen Tradern oder auf Plattformen wie eToro mitzumachen.

 

Wenn Sie noch kein Konto bei einer Copy Trading oder Social Trading-Plattform haben, dann holen Sie sich als erstes ein Demokonto um das Copy Trading und die Welt des Börsenhandels kennen zu lernen.
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Finanzbegriffe der Börsenwelt einfach erklärt was last modified: Mai 9th, 2016 by Copy Trader
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