Risikomanagement

Risikomanagement

Ein gutes Risikomanagement ist beim Trading unablässlich. Denn Risiken gehören beim Handel an der Börse und auch beim Copy Trading leider dazu. Um Ihnen ein gutes Risikomanagement zu erklären, wollen wir mit einer Geschichte aus dem antiken Griechenland beginnen, das Ihnen zeigen soll, wie es bereits in einer Zeit vor dem Börsenhandel möglich war, mit Risiken umzugehen:

riskmanagement oliven thalesDer griechische Philosoph Aristoteles beschrieb ein interessantes Geschäft.
Im 6. Jahrhundert vor Chr. prognostizierte ein gewisser Landwirt – Thales – eine außergewöhnliche Olivenernte für das folgende Jahr. Der Mann wusste natürlich nicht genau, wie die Olivenernte ausfallen würde. Vielleicht war es nur ein Gefühl oder vielleicht die lebenslange Erfahrung. Auf jeden Fall war er vollkommen von seiner Vorhersage überzeugt. Er ging also in die Stadt und sicherte sich die Nutzung aller lokalen Olivenpressen. Er buchte diese sozusagen im Voraus auf sein Risiko. Er war ein intelligenter Mann und akzeptierte die Möglichkeit, dass er mit seiner Vorhersage auch falsch liegen könnte. Damit wollte er nur das Recht auf die Olivenpressen haben, selbstverständlich ohne Garantien dafür zu erhalten, dass seine Vorhersage auch so eintreffen würde. Um nun das alleinige Recht zu erlangen, hinterlegte er eine,  für beide Parteien tragbare Anzahlung auf die Mietsumme, die im folgenden Jahr anfallen würde. Sollte er die Olivenpressen nicht mieten, dann würde er diese Einzahlung verlieren, das war sein Risiko welches er anhand der vereinbarten Summe nun direkt messen konnte. Sollte er jedoch von seinem Recht Gebrauch machen, dann hätte niemand in der Stadt Zugang zu einer einzigen Olivenpresse und das Risiko hätte sich, im Verhältnis zum erwarteten Gewinn, um ein Vielfaches ausgezahlt. Im folgenden Jahr war die Ernte tatsächlich ein voller Erfolg. Die Olivenpressen wurden zur vollen Kapazität benötigt. Aber nur Thales hatte das Recht auf diese und jeder musste sie bei ihm – für teures Geld – nun anmieten. Er machte damit einen Riesengewinn.

Was lernen wir aus dieser wahren Geschichte?

Ein intelligenter Investor, egal ob Mann oder Frau, wird immer akzeptieren, dass er auch daneben liegen könnte. Er wird das Risiko akzeptieren und mit einer Summe einzuschätzen versuchen. Wer dem Risiko aus dem Wege gehen will, wird früh erfahren, dass dies im Grunde unmöglich ist.

So auch bei vermeintlich risikolosen Anlagen. Wenn das sauer verdiente Geld auf einem Sparbuch liegen gelassen wird, besteht trotzdem ein Risiko. Ein sehr geringes und vermutlich eher unwahrscheinliches, aber dennoch ein mögliches Risiko. Denn die Bank könnte insolvent werden, die Spareinlagen könnten eingezogen werden, der Staat bankrott gehen, die Inflation könnte das Geld und die Rendite regelrecht „auffressen“, die Banken könnten Negativzinsen einführen und und und. Merken Sie sich also in jedem Fall: Es gibt immer ein Risiko! Die Möglichkeit für den negativen Fall besteht immer. Es hängt nur davon ab, wie wahrscheinlich etwas ist!

Wie funktioniert ein gutes Risikomanagement?

risikomanagement formel tafelGrundsätzlich ist Risiko nicht immer ein Problem. Es geht nur darum, wie wir persönlich mit einem möglichen Risiko umgehen und es bestmöglich managen. In der vorangegangenen Geschichte hat Thales etwas sehr Intelligentes gemacht. Er hat sein Risiko so weit es ging gemindert. Sein Geschäft konnte nur zwei mögliche Ausgänge haben: die Einlage verlieren oder einen satten Gewinn machen. Es gab keine andere Möglichkeit. Er war sich bewusst, dass er die gesamte Einzahlung verlieren könnte und war mit dem Gedanken vertraut, bzw. einverstanden. Er hat aber zumindest das Risiko begrenzt, indem er einen für sich akzeptablen Wert für die Anzahlung, ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn gesetzt hat und sich damit abgefunden hat, das dieser Verloren gehen könnte. Er hätte also auch den vollen Mietpreis zahlen können und dann bei einem Ereignis wie einem Totalausfall aller Ernten auch alles verloren, das wäre das höchstmögliche Risiko für Ihn gewesen.

Als Trader sollten wir beim Copy Trading, immer mit dem gleichen Bewusstsein an den Börsenhandel herangehen. Wir sollten das Kapital, zumindest gedanklich und auch emotional abschreiben. Einfach vergessen. Wenn es sich vermehrt, dann ist es gut. Wenn wir es verlieren, dann ist es auch gut. Das ist die einzig richtige Einstellung. Nur so können wir auch emotional mit Risiko umgehen lernen.

Was sie nie vergessen sollten, rechnen Sie sich bei der Risikoanalyse den zu erwartenden Gewinn und das Risiko nie schön. Das heißt, setzen Sie nie viel mehr Geld ein, das sie nicht bereit sind auch zu verlieren, nur weil Sie sich einen außerordentlich hohen Gewinn versprechen. Nur wer sich Limits setzt, Werte realistisch einschätzt und diese selbst bei hohen zu erwartenden Renditen beibehält, betreibt ein erfolgreiches Risikomanagement!

Thales hat aber auch weitere technische Handgriffe angewendet. Er hat die Bedingungen vertraglich geregelt! Diese waren von Anfang an klar und deutlich. Es gab hier keine Missverständnisse oder Zweideutigkeiten. Wie kann man beim Copy Trading gleichermaßen vorgehen?

Zunächst einmal, sollte man sich einen Broker aussuchen, der es dem Trader ermöglicht grundsätzlich das Risiko zu limitieren. Einer der Broker – eToro – hat zum Beispiel eine interessante Möglichkeit, um das Risiko wirklich „wasserfest“ zu limitieren. Die automatische Einstellung in der Software ist, dass der Trader nie mehr als 20% seines Gesamtkapitals auf einen einzigen Trader setzen kann. Das bedeutet, dass die Plattform über eine Art Sicherheitssperre verfügt, die es verhindert, sein ganzes Geld mit einem einzigen kopierten Trader und dessen Handel zu verlieren. Die Plattform nutzt also von Anfang an eine technische Sperre, die den Trader zwingt, sein Geld nicht nur einem Trader zuzuweisen sondern zu streuen. Das würde auch der alte Thales sicherlich so machen. Eine intelligente Form, um uns vor uns selbst und der Gier zu schützen. Andere Broker haben dabei unterschiedliche Lösungen. In unserem Brokervergleich sind diese jeweils aufgeführt.

Lässt sich ein Risiko beziffern?

risiko zahlenWir müssten auf diese Frage mit einer Wahrscheinlichkeitsrechnung antworten, wenn wir genau sein wollten. Und selbst dann ist es noch sehr schwierig, jedes Risiko auf jedes Ereigniss genau zu beziffern. Bei einer genauen Betrachtung zugrunde legen kann man aber zumindest immer seinen Einsatz und eine Mindestwahrscheinlichkeit von 50 Prozent für einen Verlust. Was soviel bedeutet wie bei einer Wette eine 50:50 Chance als erste Basis für die Gewinn- und Verlustchance. Im Prinzip heißt das aber ebenso, dass bei den meisten Handelsinstrumenten zumindest das Risiko maximal auf ihr Einlagekapital beschränkt ist – also 100% ihres Einsatzes. Wenn man das Risiko allerdings noch genauer auf andere Ereignisse und Chancen festlegen will, müssen noch weitere Faktoren hinzugezogen werden.

Sagen wir einmal, dass Sie ein Konto bei einem der empfohlenen Broker mit 1.000 Euro eröffnen. Die Chancen diese 1.000 Euro komplett zu verlieren, besteht 50:50. Der Einfachheit halber könnte man das Risiko auf die Gesamtsumme der Einlage beziffern. So gesehen, wäre der gesamte Risikowert dann eine Kombination aus der spezifischen Wahrscheinlichkeit des Risiko und der möglichen Höhe des Verlustes, aus dem sich dann eine Zahl zwischen 0 und 100 ergibt. Dieser Risikowert ist also so etwas wie eine abstrakte Zahl, mit der die wenigsten wirklich etwas anfangen können.

Nichtsdestotrotz bleibt aber bei den meisten Handelsinstrumenten zumindest die Möglichkeit des gesamten Verlustes und somit maximal immer bei den gesamten 1.000 Euro. Das wäre auch die richtige Denkweise, wenn wir von unserem Freund Thales lernen wollen. Wir sagen deshalb im Prinzip, weil Sie auch Maßnahmen ergreifen könnten, um selbst diese 1.000 Euro vor einem Komplettverlust zu schützen. Es kann aber auch sein, dass Sie diese 1.000 Euro komplett verlieren und dann sofort eine neue Überweisung tätigen und noch eine. Bis das Risiko sich immer weiter steigert und dadurch die Wahrscheinlichkeit, eines dauerhaften und totalen Verlustes.

Die Hebelwirkung managen

hebelwirkungDie Plattformen bieten einige Instrumente mit sogenannter Hebelwirkung, z.B. CFDs, Futures oder Binäre Optionen. Hebelwirkung bedeutet, dass man mit einem geringeren Geldeinsatz, tatsächlich mit viel höheren Summen handeln kann. Wenn die Hebelwirkung zum Beispiel bei 100:1 liegt, dann können Sie mit 100 Euro Einsatz tatsächliche Werte kaufen oder verkaufen, die bei 10.000 Euro liegen und damit kleinste Bewegungen ausnutzen und somit höhere Gewinne machen. Also bis zu hundertmal mehr als von Ihnen eingesetzt. Das bedeutet aber auch, dass bei einer Kursbewegung, die sich gegen Sie wendet, ihr Einsatz von 100 Euro sehr schnell weg sein kann (vielleicht in Minuten!). Aus diesem Grund empfehlen wir auch eine mögliche Hebelwirkung zu verringern.

Theoretisch ist es sogar möglich an der Börse und speziell bei sogenannten Over-the-Counter-Geschäften (OTCs) bei manchen Instrumenten (z.B. CFDs, Futures / Optionen) aufgrund der Hebelwirkung mehr Verluste zu machen, als Einlagen vorhanden sind, und wo dann eine sogenannte Nachschußpflicht greift. Sie sehen, bei diesen Instrumenten ist das Risiko also enorm hoch, theoretisch sogar bei 200% Verlusten oder mehr. Deshalb gehört es zu einem guten Risikomanagement immer dazu, die Hebelwirkung genau im Auge zu behalten und möglichst alle Vorsichtsmaßnahmen zur Absicherung zu treffen!

schild sicherheit risiko copytradingAber: Zu Ihrer Sicherheit haben die Copy Trading Brokerplattformen auch hier gewisse Risikomanagement Maßnahmen wie Limits oder Stop-Loss Funktionen eingebaut, um Sie automatisch vor diesen Ausfällen und Ausreissern schützen. Das bedeutet immerhin, dass Sie hier zumindest vor diesem Risiko geschützt sind und sich auf diesen Plattformen nicht über Ihren Einsatz hinaus überschulden können!

Man sollte also immer alle möglichen Fälle und Besonderheiten einkalkulieren und auch automatisch in seinem Risikomanagement-Tool berücksichtigen. So gut wie alle Plattformanbieter bieten hierfür die Möglichkeit, das Risiko auf vielerlei Weise per Knopfdruck einzugrenzen und zu minimieren.

Wir finden auch hier die Einstellungsmöglichkeiten zum Beispiel von eToro sehr gut, da diese nicht zu komplex sind und das jeweilige Risiko jeweils einfach erklärt wird. Hier ist gleich zu Beginn die Plattform auf das geringste Risiko und höchste Sicherheit eingestellt. Des Weiteren hat der Trader dort die Möglichkeit, sein Risiko mit 4 verschiedenen Knöpfen auf mögliche Eventualitäten einzustellen. Die Plattform übernimmt dann im Hintergrund die Verwaltung der Einstellung und des persönlichen Risikomanagements. Eine sehr praktische und feine Sache für Einsteiger. Besonders in Bezug auf die Verringerung von Totalausfällen und mehr.

Was noch um das Risiko zu mindern?

Wir haben schon einige Möglichkeiten aufgezeigt um das Risiko zu mindern. Zum einen sind das mentale und psychologische Dinge und zum anderen auch technische Dinge, wie die Einstellungen, die man auf der Broker-Plattform vornehmen kann.

Es gibt aber auch ganz einfache praktische Schritte, wie zum Beispiel sich einfach zu allen Instrumenten und Möglichkeiten das nötige Wissen anzueignen. Dazu sollten Sie sich immer auf der Plattform mit anderen Tradern austauschen. Man kann aber auch gerne mit dem Kundendienst des Brokers einen Chat beginnen (zumindest bieten das ayondo als auch eToro an) und dort Fachleute zu diesem Thema befragen.

Das Wichtigste zum Schluß: Streuen und diversifizieren Sie das Risiko beim Copy Trading!

risiko streuenKurz gesagt bedeutet das: Möglichst zahlreiche Trader mit unterschiedlichen Strategien kopieren und dabei wenn möglich immer verschiedene Finanzinstrumente berücksichtigen. Dabei sollten Sie keine Finanzinstrumente handeln, die zu sehr miteinander verwandt sind und damit das Risiko erhöhen. Durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Strategien, voneinander unabhängigen Papieren und Tradern, streuen Sie Ihr Risiko vernünftig und machen sich von einzelnen Bewegungen der Märkte unabhängig.

Ähnliches: Wie Sie mit Diversifizierung das Risiko aktiv mindern

Ein Beispiel: Sie setzen 100 Euro ein um einem Trader zu folgen der viel mit dem EURO-DOLLAR-Paar über Forex handelt.  Je nach Ausrichtung des Deals sagen Sie damit zum Beispiel, dass der Trader und Sie daran glauben, dass der Euro steigen und der Dollar fallen wird. Sie sind also „Pro-Euro“. Wenn Sie selbst jetzt noch einen anderen Trade eröffnen oder einem Trader folgen der auch mit dem Euro in Verbindung steht, dann verdoppeln Sie ihren Einsatz gegenüber dem Euro. Sollte der Euro fallen, verlieren Sie beide Einsätze. Es ist besser, einen Einsatz auf den Euro zu setzen und den anderen auf ein komplett anderes Finanzinstrument, dass nichts mit dem Euro zu tun hat, um das Risiko für diese Fälle zu vermindern. Sollte der Euro fallen, dann haben Sie zumindest eine Chance, durch den anderen Einsatz doch noch einen Gewinn zu machen.

Das sind nur einige der vielen Strategien beim Risikomanagement, die Sie einsetzen können, um sich vor zu hohem Risiko zu schützen.

Die wichtigsten Grundregeln beim Risikomanagement heißen demnach: Das Risiko akzeptieren und durch eine breite Streuung minimieren. Nur so lässt sich das Risiko auch erfolgreich und effizient handhaben!

Risikomanagement was last modified: Juni 8th, 2016 by Copy Trader
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