Steuern beim Copy Trading

Steuern beim Copy Trading

Wie sieht es mit der Steuerpflicht beim Copy Trading aus?

Das Sie mit Copy Trading beachtliche Gewinne machen können, dürfte für Sie kein Geheimnis mehr sein. Aber wie ist es denn generell mit der Versteuerung der Gewinne geregelt?

Grundsätzlich ist das Steuerrecht von Land zu Land sehr unterschiedlich aufgebaut. Da wir uns hier vornehmlich auf die deutschsprachige Leserschaft konzentrieren, wollen wir Ihnen im Folgenden erklären, wie die Steuerpflicht beim Copy Trading in Deutschland aussieht.

Einkünfte aus Kapitalvermögen und Abgeltungssteuer

Bei Erträgen aus Copy Trading handelt es sich je nach Anlageart und Finanzinstrument fast immer um Einkünfte aus Kapitalvermögen, die aus Finanzgeschäften mit Kursgewinnen, als Zinsen oder Dividenden aus Kapitalvermögen erwirtschaftet werden. So zum Beispiel bei CFDs, Forex, Aktien und Binären Optionen.

Dafür wurde bzw. wird je nach Anlage üblicherweise nach §43 ff EStG eine Kapitalertragssteuer auf dieses Einkommen fällig, die seit 2009 bei inländischen Privatleuten, von den in Deutschland ansässigen Instituten (Banken, Fondsgesellschaften, Brokern etc.) über die sogenannte Abgeltungssteuer in Höhe von 25% der Gewinne, automatisch abgezogen und an das Finanzamt abgeführt wird. Dazu kommen üblicherweise noch ein Solidaritätszuschlag von 5,5% auf diesen Satz plus etwaiger Kirchensteuer von 8-9%. Der endgültige pauschale Steuersatz der Abgeltungssteuer beträgt somit 26,38% bzw. 28% inkl. Kirchensteuer auf alle Zinsen, Dividenden und Kursgewinne. Die gesamte Steuerlast auch aus der Abgeltungssteuer wird letztlich nur noch durch einen sogenannten Sparerpauschbetrag, um einen pauschalen Freibetrag von € 801 bei alleinstehenden und € 1.602 bei verheirateten, gemindert.

Abgeltungssteuer beim Copy Trading

Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer, was heisst das die Steuer direkt an der Quelle für den deutschen Fiskus abgeschöpft wird. Als Voraussetzung muss dafür gegeben sein, dass diese Quelleninstitute wie Banken, Broker und Fondsgesellschaften, Ihren Sitz in Deutschland haben, hier die Gelder verwalten und als auszahlende Stelle gelten. Das gilt im übrigen auch für ausländische Unternehmen mit deutschen Niederlassungen.

Das bedeutet für den Copy Trader: Falls der Broker beim Social Trading in Deutschland sitzt, muss sich der Trader um nichts weiter kümmern, da der Broker eigenständig für den deutschen Fiskus die Abgeltungssteuer von den erzielten Gewinnen abführt (z.B. ab Höhe des Freibetrags – falls ein Freistellungsauftrag vorliegt). Es braucht dann im Grunde keine weitere Erklärung mehr gegenüber dem Finanzamt. Außer Sie wollen etwaige Verluste geltend machen und dadurch Ihre Steuerlast senken. Dann müssen Sie je nach Veranlagung eine gesonderte Erklärung verfassen.

Sobald der Broker, die Bank oder die Firma die das Konto verwaltet und als auszahlende Stelle ausführt, ihren Sitz außerhalb Deutschlands hat, muss jeder Copy Trader aus Deutschland seine Gewinne selbst versteuern. Das ist zum Beispiel bei den bekannten Plattformen und Brokern wie eToro oder zuluTrade der Fall. Dort muss jeder Trader seine beim Copy Trading erzielten Gewinne selbst beim Finanzamt als Kapitalerträge bei der Steuererklärung anmelden und mit 25 – 28% besteuern. Das sollten Sie auch auf jeden Fall tun, da sich durch das europäische Steuerabkommen mit den internationalen Ländern, Zentralbanken und Kreditinstituten, jede Kontobewegung und Auszahlung für das deutsche Finanzamt nachvollziehen lässt. Außerdem können Sie bei der Steuererklärung, sofern es sich um die selbe Art Kapitalerträge handelt, Verluste aus diesen Geschäften gegen ihre Gewinne anrechnen lassen und so ihre Steuerlast senken.

Fazit: Gewinne aus Social Trading und Copy Trading sind für Deutsche immer mit 25 % Abgeltungssteuer zu versteuern. Abhängig von dem Sitz des Brokers und des ausführenden Unternehmens hinter dem Social Trading, wird die Steuer automatisch abgeführt oder muss vom Copy Trader selbst versteuert werden. Da die meisten Broker und Plattformen Ihren Sitz im europäischen Ausland wie Zypern haben, muss jeder Trader seine Gewinne mit der Steuererklärung selbst versteuern. Dies ist nicht unbedingt ein Nachteil, da Sie bei diesen so über das Jahr zusammengenommen mehr Zeit bis zur Auszahlung und Versteuerung haben und bis dahin die kumulierten Gewinne weiter zum Handeln verwenden können. Wohingegen bei in Deutschland beheimateten Brokern und Banken die Abgeltungssteuer sofort nach Veräußerung oder Schließung der Position fällig wird und Ihnen dann eventuell zum weiteren Handeln fehlt.

Wir empfehlen Ihnen sich über den Sitz der jeweiligen Copy Trading Broker und Plattformen immer gründlich zu informieren. Diese haben meistens in Ihren Frage und Antwortenbereich (FAQ) immer eine Antwort zu diesem Thema. Jeder Trader sollte sich außerdem zur Absicherung bei den steuerlichen Angelegenheiten immer von einem Experten wie einem Steuerberater begleiten und zu Steuern beim Copy Trading beraten lassen.

Steuern beim Copy Trading was last modified: Mai 9th, 2016 by Copy Trader
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